Historie des ZENTRAL-Theaters

Die meisten Brackweder kennen den historischen "Zentral-Keller" als Jugendkneipe PENDEL. Zuletzt wurden die Räumlichkeiten als Diskothek TRONIX mit elektronischer Musik betrieben. Nun gibt es wieder ein ZENTRAL als Partyraum für kleines Geld.

Wo ehemals der Zentral-Keller war, kann heute richtig gefeiert werden!
Das ZENTRAL hat eine lange Historie... (Aufnahme vom Zentral-Kino 1958)

23. Januar 1953 - "Das Brackweder 'Zentral-Theater' wird heute eröffnet"

(bi) press
Heute abend, 20 Uhr, öffnet das "Zentral-Theater" in Brackwede erstmals seine Pforten. Damit ist endlich der lange gehegte Wunsch der Brackweder nach einer neuzeitlichen Filmstätte erfüllt, zugleich aber auch einem noch älteren Bedürfnis des aufstrebenden Ortes nach einem repräsentativen Festsaal genügt.

Durch das frühzeitige Vorhaben der unternehmensfreudigen Besitzerin, Frau Elfriede Timmerhans, machte die Geldumwertung einen Strich, so daß der bereits weit fortgeschrittene Rohbau auf Jahre zum Erliegen kam. Nach Ueberwindung unsäglicher Schwierigkeiten konnte endlich die Finanzierung im vergangenen Jahre sichergestellt werden.

 

Am 24. September 1952 wurden die Arbeiten von der Firma Holzmann wieder aufgenommen, und in Anlehnung an die Entwürfe der Architekten Spittmann (Essen) und Krüger (Brackwede) vollendet der Architekt Diplom-Ingenieur Roßbach (Hannover) die innere Ausgestaltung. Der äußeren Fertigstellung des 35,65 Meter mal 18,25 Meter umfassenden Stahlbeton-Skelettbaues spielten der unwöhnlich feuchte Herbst und der früh einsetzende Winter manchen Streich.

Aber die Baufirma überwand alle Tücken. Der erste Bauabschnitt ließ termingerecht über dem unterkellerten Erdgeschoß den ersten Stock erstehen und schuf somit alle Räume des Filmtheaters, dem später einmal Wohnungen aufgestockt werden sollen.

 

Ein weiter Eingang mit drei Doppeltüren öffnet sich dem Besucher, bevor er den in neutraler schwarz-weißer Farbgebung gehaltenen Kassen-Vorraum betritt. Dem anschließenden Foyer, das den Theatersaal geräumig flankiert, verleihen die roten Vorhänge und die halbindirekte Beleuchtung einladende Wärme. Getrennte Zugänge, führen in Loge, Sperrsitz und Parkett.

Die Logenplätze weisen mattgelbe, alle übrigen Sitze lichtblaue Hochpolsterung auf, die mit einem bewährten Spezial-Kunstleder ausgeführt ist. Sie vollendet duch die Formschönheit und Farbzusammenstellung das Gesamtbild des Theaters.

Ein weiter Reihenabstand und breite Armlehnen gestatten ein bequemes Sitzen. Das starke Gefälle ermöglicht eine gute Sicht von jedem der insgesamt 590 Plätze. Beinamputierten stehen besondere Seitenplätze zur Verfügung. Die teils silbergraue, teils goldgelbe Tönung strahlt in Verbindung mit einem intensiven Blau eine festliche Stimmung aus, die durch das indirekte Licht noch verstärkt wird.

Eine einzigartige Note gewinnt der Saal durch die erstmals angewandte Architektonik der völlig unverkleideten Stahlbinder und Stützen, die - unterstrichen durch die Farbgebung - eine frappierend glückliche Aufteilung der Wand-und Deckenflächen erzielen.

 

Die Akustik in diesem Kinoraum ist einwandfrei geregelt durch Homaton-Akustikplatten der Firma Fritz Homann AG, Dissen; es handelt sich hier um hundertfach bewährte Schallschluckplatten aus feinstem Holzfaserisolierstoff zur Regelung der Hörsamkeit und Beseitigung des Lärms, die außerdem eine architektonisch besonders schöne Wirkung zeigen.

Ein goldfarbener Vorhang trennt den Saal von der Bühne, unter der sich ein Orchesterraum befindet. Das Ausmaß der Bühne sowie die Einrichtung von Künstlergarderoben schaffen alle Vorbedingungen für kulturelle und offizielle Veranstaltungen in diesem Kinobau, der seinen Namen "Zentral-Theater" nicht allein seiner Lage im Ortsmittelpunkt wegen tragen, sondern zugleich ein Kulturzentrum Brackwedes werden möchte.

Warmluftheizung und ausgiebige Abluftanlagen machen den Aufenthalt in dem "Festsaal" zu jeder Tageszeit behaglich. Selbstverständlich entsprechen auch die Tonfilmapparatur, die Einrichtung der großen Bildfläche und die Vorsorge für eine einwandfreie Akustik dem neuesten Stand der Technik.

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